Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - BdSt-Wohnnebenkostenvergleich 2016 - 2018:

Presse
09.07.2018

BdSt-Wohnnebenkostenvergleich 2016 - 2018:

Im Berliner Westen wohnt man am teuersten
Im Berliner Westen werden die Bürger am stärksten mit Wohnnebenkosten belastet. Im rheinland-pfälzischen Mainz ist es am preiswertesten! Dies zeigt der BdSt-Wohnnebenkostenvergleich. Das weilweise erhebliche Kostengefälle legt ein neues Ranking offen, für das der Bund der Steuerzahler (BdSt) alle 16 Landeshauptstädte unter die Lupe genommen hat.

Der detaillierte BdSt-Check der Wohnnebenkosten für die Jahre 2016 bis 2018 vergleicht die Entwicklung, wie stark die Bürger quer durch Deutschland belastet werden. "Ein wesentlicher Kostentreiber ist der Staat, der durch Steuern und Abgaben das Wohnen, aber auch die Schaffung und den Erwerb von Wohnraum verteuert. Der Westteil Berlins führt das Ranking wegen der hohen Grundsteuerbelastung an", erklärte der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler Berlin, Alexander Kraus.

Bei seinem Ranking hat der Bund der Steuerzahler die Belastung durch sechs verschiedene Wohnnebenkosten für einen Drei-Personen-Haushalt in einem Einfamilienhaus ermittelt: Im Einzelnen sind das die Trinkwasserpreise, die Abfall-, Schmutzwasser- und Niederschlagswasserentgelte sowie die Grundsteuer und der Rundfunkbeitrag.

Mit Gesamtkosten von 1.424 Euro im Jahr 2018 ist Mainz demnach am günstigsten, während der Berliner Westen mit 2.228 Euro im selben Jahr auf dem letzten Platz landet. Gegenüber dem Jahr 2016 sind 9 Landeshauptstädte teurer und 5 Landeshauptstädte günstiger geworden. Düsseldorf ist Trend-Sieger mit einem Kostenrückgang von 41 Euro. In Saarbrücken sind die Wohnnebenkosten mit 93 Euro am stärksten gestiegen. Neben diesem Ranking sind zum Beispiel noch die Strom- und Gaskosten zu berücksichtigen.

Appell an die Politik für ein einfaches Flächenmodell bei der Grundsteuer

Bei den einzelnen Wohnnebenkosten sind teilweise erhebliche Kostenunterschiede festzustellen. Besonders ausgeprägt sind die Unterschiede bei der Grundsteuer, bei der die Jahresbelastung für unseren Drei-Personen-Haushalt von 296 Euro in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt Magdeburg bis 1.050 Euro in Hamburg reicht. Dieses Kostengefälle verdeutlicht die verfassungswidrigen Verzerrungen im geltenden Grundsteuerrecht: So wird derzeit bei der Berechnung der Grundsteuer in den neuen Bundesländern auf die Wertverhältnisse des Jahres 1935, in den alten Bundesländern hingegen auf die Wertverhältnisse des Jahres 1964 abgestellt. Deshalb differenziert das BdSt-Ranking hier sowie auch in der Gesamtbetrachtung zwischen Berlin (Ost) und Berlin (West).

Eine Reform der Grundsteuer ist erforderlich, weil das Bundesverfassungsgericht die geltenden Bewertungsregeln verworfen hat. Der Bund der Steuerzahler schlägt dazu ein einfaches Flächenmodell vor, das auf Grundstücksgröße sowie Wohnfläche basiert. Die Vorteile: Das Modell ist für die Bürger einfach nachvollziehbar und für die Verwaltung gut umsetzbar.


Download Ergebnisse des BdSt-Wohnnebenkostenvergleichs 2016-2018
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