Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp Dezember 2013 - Lohnsteuerklassen bei Ehegatten


10.12.2013

Steuertipp Dezember 2013 - Lohnsteuerklassen bei Ehegatten

Wer richtig wählt, hat mehr im Monat!

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dieser Grundsatz gilt auch bei der Steuer. Eheleute und eingetragene Lebenspartner, die beide Arbeitnehmer sind, müssen sich entscheiden, welcher Einkommensteuerklasse sie angehören möchten. Bei einer klugen Entscheidung kann für die Partner im Monat sogar ein höheres Nettogehalt herausspringen. Die Finanzverwaltung hat dazu kürzlich ein Verwaltungsschreiben veröffentlicht. Was es damit auf sich hat, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Ehegatten werden grundsätzlich gemeinsam besteuert. Dies nennt man Zusammenveranlagung. Um die genaue Steuerschuld der Ehegatten festzustellen, muss in der Regel bis zum 31. Mai des Folgejahres eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Da der Fiskus aber nicht so lange auf die Lohnsteuern warten möchte, muss der Arbeitgeber direkt jeden Monat Steuern vom Gehalt einbehalten. Dabei kann der Arbeitgeber nur den Arbeitslohn desjenigen Partners berücksichtigen, der bei ihm angestellt ist. Um aber auch die Verhältnisse des anderen Partners ausreichend zu würdigen, gibt es die Lohnsteuerklassen, erklärt der Bund der Steuerzahler. Mit der Wahl der richtigen Steuerklassenkombination wird daher erreicht, dass die einbehaltene monatliche Lohnsteuer möglichst nahe an die gemeinsame Jahressteuerschuld der Ehegatten herankommt.

Die Ehepartner haben die Wahl zwischen den Steuerklassenkombinationen III/V oder IV/IV oder dem sogenannten Faktorverfahren. Je nach Wahl der Steuerklasse fällt der Lohnsteuerabzug unterschiedlich aus, und es erhöht oder verringert sich das ausgezahlte Nettogehalt. Die Steuerklassenkombination III/V ist günstig, wenn der eine Ehepartner ca. 60 Prozent des gemeinsamen Einkommens erzielt (Steuerklasse III) und der andere Partner 40 Prozent zum gemeinsamen Einkommen beisteuert (Steuerklasse V). Die Steuerklassenkombination IV/IV ist vor allem für Ehepaare vorteilhaft, die annähernd gleich viel verdienen, rechnet der Bund der Steuerzahler vor. Bei der Wahl des Faktorverfahrens wird die einzubehaltende Lohnsteuer mittels eines Faktors ermittelt. Mit diesem Verfahren kann die voraussichtliche Jahressteuerschuld der Ehegatten sehr genau bestimmt werden. Dieses Verfahren ist sinnvoll, wenn die Einkommensverhältnisse der Ehepartner im Laufe des Jahres relativ stabil bleiben. Bei der Wahl der Steuerklasse sollte auch bedacht werden, dass Lohnersatzansprüche wie Arbeitslosengeld, Eltern- oder Krankengeld vom zuletzt bezogenen Nettoarbeitslohn abhängen können.

Auf die tatsächlich zu zahlende Jahressteuer hat die Wahl der Steuerklassen aber keinen Einfluss, dies stellt der Bund der Steuerzahler klar. Je nachdem, welche Steuerklassenkombination die Ehegatten gewählt haben, kann es mit dem Steuerbescheid zu Erstattungen, Nachzahlungen und ggf. auch zur Festsetzung von Vorauszahlungen kommen. Die Wahl der Steuerklassen ist daher vor allem für den monatlichen Lohnsteuerabzug wichtig! Ein Merkblatt zur Wahl der Lohnsteuerklassen bietet das Bundesministerium der Finanzen auf seiner Internetseite an (Merkblatt vom 29. November 2013). Ehepaare und eingetragene Lebenspartner sollten sich mit dem Thema befassen und ggf. die Steuerklassen wechseln.


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