Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp November 2013 - Betriebsweihnachtsfeier richtig planen


12.11.2013

Steuertipp November 2013 - Betriebsweihnachtsfeier richtig planen

Neue Urteile zur 110-Euro-Grenze

Ob Kegelbahn, Essen im Restaurant oder das gemeinsame Beisammensein in der Firma. In den letzten Monaten des Jahres finden in vielen Unternehmen Betriebsfeiern statt. Dabei schaut der Fiskus genau hin. Gerade rechtzeitig vor der Weihnachtszeit hat der Bundesfinanzhof zwei neue Urteile zur 110-Euro-Freigrenze für Betriebsveranstaltungen veröffentlicht. Warum die neue Rechtsprechung für viele Firmenchefs und Mitarbeiter günstiger ist, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Bereits nach bisher geltender Rechtsprechung sind übliche Zuwendungen eines Arbeitgebers an seine Mitarbeiter im Rahmen einer betrieblichen Feier lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Solche üblichen Zuwendungen sind zum Beispiel die Abgabe von Speisen und Getränken oder die Übernahme der Übernachtungs- und Fahrtkosten. Auch Aufwendungen für eine Eintrittskarte zu einer kulturellen oder sportlichen Veranstaltung sind in Ordnung, wenn die Aufwendungen für die Betriebsfeier den Betrag von 110 Euro je Arbeitnehmer (inklusive Umsatzsteuer) nicht übersteigen und nicht mehr als zwei Feiern im Jahr stattfinden. Geht die Betriebsfeier über diesen üblichen Rahmen hinaus, gehören die gesamten Zuwendungen an die Arbeitnehmer zum steuerpflichtigen Arbeitslohn.

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass Kosten für den sogenannten äußeren Rahmen einer Veranstaltung, also z. B. Kosten für die Organisation der Veranstaltung durch eine Eventagentur oder Mietkosten für den Saal, nicht in die 110-Euro-Grenze einzubeziehen sind. Denn diese Aufwendungen bereichern den Mitarbeiter nicht, so die Richter (VI R 94/10). Zudem stellte das Gericht klar, dass der Kostenanteil für ebenfalls eingeladene Familienangehörige grundsätzlich nicht in die 110-Euro-Grenze des Arbeitnehmers einzurechnen ist (VI R 7/11). Wenn Ehepartner oder Kinder auch an dem Betriebsfest teilnahmen, wurden die Kosten bisher dem Arbeitnehmer zugerech-net. Das heißt, die 110 Euro mussten dann nicht nur für den Mitarbeiter, sondern auch für seine Begleitpersonen reichen, erläutert der Bund der Steuerzahler. Nach der geänderten Rechtsprechung kann nun für jede teilnehmende Person der Betrag von 110 Euro ausgeschöpft werden.

Die neue Rechtsprechung ist für Unternehmer und Mitarbeiter günstiger, betont der Bund der Steuerzahler, da jetzt größerer finanzieller Spielraum für die Betriebsveranstaltung besteht. Zwar bildet die 110-Euro-Grenze (vorerst) weiter die Marke, um lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei mit seinen Mitarbeitern zu feiern, aber allgemeine Kosten und Aufwendungen für Angehörige sind nicht mehr einzurechnen.


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