Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp Oktober 2013 - Abfindung in Teilbeträgen – Fiskus verdient mit


08.10.2013

Steuertipp Oktober 2013 - Abfindung in Teilbeträgen – Fiskus verdient mit

Neues Klageverfahren macht Steuerzahlern Hoffnung

Der Verlust des Arbeitsplatzes ist für die meisten Betroffenen ein harter Schlag. Ein kleines Trostpflaster ist es, wenn es eine Abfindung vom Chef gibt. Für eine solche Kündigung mit einem „goldenen Handschlag“ fallen allerdings Steuern an – und zwar nicht zu knapp. Häufig entsteht dann Streit mit dem Finanzamt, ob eine Begünstigungsregelung für Abfindungen anwendbar ist oder nicht. Aktuell liegt dem Bundesfinanzhof ein Fall vor, in dem die Abfindung in zwei aufeinanderfolgenden Kalenderjahren ausgezahlt wurde, berichtet der Bund der Steuerzahler. In solchen Fällen lehnte die Finanzverwaltung bislang die Anwendung der günstigen Steueregel ab. Das Verfahren macht Steuerzahlern nun jedoch Hoffnung, die Sonderregelung für jahresübergreifende Teilabfindungen doch noch anwenden zu können.

Grundsätzlich unterliegen Abfindungszahlungen für den Verlust des Arbeitsplatzes der Einkommensteuer und müssen dem Verdienst hinzugerechnet werden. Gerade bei größeren Abfindungszahlungen von ein paar tausend Euro rutscht der Steuerzahler mit der Abfindung schnell in einen höheren Steuersatz und die Steuerlast wird erheblich. Betroffene können daher die sogenannte Fünftelregelung nutzen. Kommt sie zur Anwendung, wird der Steuersatz für die Abfindung nach einer besonderen Berechnungsmethode ermittelt, sodass weniger Steuern anfallen, erklärt der Bund der Steuerzahler. Diese Regelung greift aber nur, wenn die Abfindung in einem Kalenderjahr gezahlt wird. Bei Teilbeträgen, die in zwei Jahren gezahlt werden, akzeptiert die Finanzverwaltung die Anwendung der Fünftelregelung nur, wenn der nachträgliche Zuschlag 5 Prozent der Abfindungssumme nicht überschreitet. Andernfalls streicht das Finanzamt die günstige Besteuerungsnorm gänzlich.

Vor dem Bundesfinanzhof wird nun geklärt, ob dies rechtmäßig ist (Az.: IX R 28/13), darauf weist der Bund der Steuerzahler hin. Steuerzahler, die ihre Abfindung in zwei Kalenderjahren ausgezahlt bekommen und daher die Fünftelregelung bisher nicht anerkannt bekamen, obwohl dies steuerlich günstiger wäre, können gegen den Einkommensteuerbescheid Einspruch einlegen und auf das anhängige Verfahren verweisen. Der Steuerbescheid bleibt dann bis zu einer Entscheidung des Gerichts offen und kann womöglich später noch zugunsten des Steuerzahlers geändert werden.


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