Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp Oktober 2013 - Auslandslieferungen


11.10.2013

Steuertipp Oktober 2013 - Auslandslieferungen

Weitere Übergangsfrist bei Nachweisregeln

Liefert oder versendet ein deutscher Unternehmer eine Ware in ein anderes EU-Land an einen Unternehmer, fällt in Deutschland keine Umsatzsteuer an. Allerdings muss der Unternehmer nachweisen, dass die Ware auch tatsächlich in das übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist. Seit dem 1. Oktober 2013 gelten dafür neue Nachweisregeln, erklärt der Bund der Steuerzahler. Für eine Übergangszeit bis zum 31. Dezember 2013 kann der Nachweis aber auch noch nach den bisher geltenden Regeln erbracht werden, dies erlaubt ein aktuelles Verwaltungsschreiben des Bundesministeriums der Finanzen.

Wer Ware umsatzsteuerfrei in das EU-Ausland an einen Unternehmer liefern möchte, muss nachweisen, dass der Liefergegenstand tatsächlich in das andere Land gelangt ist. Ab 1. Januar 2014 ist dafür grundsätzlich eine Gelangensbestätigung erforderlich, wenn der Unternehmer die Ware selbst befördert oder der andere Unternehmer sie abholt. Versendet der Unternehmer die Ware z. B. per Post, Kurier oder Spediteur, so kann die Bestätigung, dass die Ware tatsächlich in dem anderen EU-Land angekommen ist, auch mit anderen Belegen geführt werden. Zu diesen alternativen Nachweismöglichkeiten zählen z. B. Frachtbriefe, Spediteurbescheinigungen oder tracking- und tracing-Protokolle eines Kurierdienstes.

Eigentlich gelten diese neuen Regeln bereits seit dem 1. Oktober 2013, erklärt der Bund der Steuerzahler. Um den Unternehmen aber ausreichend Zeit zur Umstellung zu geben, darf übergangsweise noch nach altem Recht verfahren werden. In einem aktuellen Verwaltungsschreiben vom 16. September 2013 erlaubt die Finanzverwaltung für Lieferungen, die bis zum 31. Dezember 2013 durchgeführt werden, dass der Nachweis mit den bisher anerkannten Belegen geführt werden kann. Hierzu zählen u. a. das Rechnungsdoppel, der Versendungsbeleg (wie z. B. ein Frachtbrief, CMR-Frachtbrief, Konnossement, Ladeschein, Posteinlieferungsschein oder Einlieferungsschein des Kurierdienstes) oder eine Bescheinigung des beauftragten Spediteurs. Die Unternehmer können für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis 31. Dezember 2013 aber auch schon das neue Recht anwenden, wenn sie möchten.

Unternehmer sollten sich in jedem Fall rechtzeitig mit den Änderungen vertraut machen und die Übergangszeit bis Ende des Jahres 2013 nutzen, rät der Bund der Steuerzahler, denn ab dem kommenden Jahr müssen die geänderten Nachweisregeln befolgt werden. Das Verwaltungsschreiben vom 16. September 2013 gibt dazu viele Hinweise und enthält Muster für die Gelangensbestätigung in deutscher, englischer und französischer Sprache.


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