Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp Januar - Steuerrechtsänderungen 2014


13.01.2014

Steuertipp Januar - Steuerrechtsänderungen 2014

Auch im Jahr 2014 gibt es im Steuerrecht wieder Änderungen. Der Bund der Steuerzahler erklärt die wichtigsten Neuregelungen.

Grundfreibetrag steigt

Für Steuerzahler gibt es zunächst eine gute Nachricht: Der Grundfreibetrag – dies ist der Betrag bis zu dem keine Einkommensteuer zu zahlen ist – wurde angehoben. Statt 8.130 Euro können nun pro Person 8.354 Euro steuerfrei eingestrichen werden. Diese Änderung gilt für alle Steuerzahler.

Reisekosten und Entfernungspauschale

Oft sind Arbeitnehmer im Auftrag ihres Chefs unterwegs. Mit dem neuen Reisekostenrecht soll die Abrechnung der Dienstreise einfacher werden. Mitarbeiter und Unternehmer müssen sich an folgende Änderungen gewöhnen: Statt der regelmäßigen Arbeitsstätte gibt es nun die erste Tätigkeitsstätte. Dies ist in der Regel das Büro, die Filiale oder der Betrieb, dem der Mitarbeiter zugeordnet ist. Wichtig ist die Definition der ersten Tätigkeitsstätte vor allem für Pendler. Für Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte gilt die Entfernungspauschale. Fahrten zwischen Wohnung und anderen Tätigkeitsstätten werden hingegen nach Reisekostengrundsätzen abgerechnet: Das heißt, der Arbeitgeber kann seinem Mitarbeiter hier die tatsächlichen Kosten für den Hin- und Rückweg steuerfrei erstatten oder pauschal mit 0,30 Euro je Fahrtkilometer bezahlen, wenn der eigene Pkw genutzt wird. Erstattet der Arbeitgeber die Reisekosten nicht, kann der Arbeitnehmer die Kosten für den Hin- und Rückweg in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten absetzen.

Essen auf Dienstreisen

Auch beim Essen unterwegs gibt es Neues: Wer dienstlich länger als 8 Stunden außerhalb seiner ersten Tätigkeitsstätte – also z. B. bei einem Kunden – tätig ist, kann Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Ab dem 1. Januar 2014 kann bei einer auswärtigen Tätigkeit von mehr als 8 Stunden eine Verpflegungspauschale von 12 Euro steuerfrei vom Arbeitgeber erstattet werden. Bei einer ganztägigen Abwesenheit von der ersten Tätigkeitsstätte beträgt die Verpflegungspauschale 24 Euro. Bei einer auswärtigen Übernachtung können für den An- und Abreisetag ebenfalls pauschal 12 Euro steuerfrei erstattet werden. Zahlt der Arbeitgeber keine Verpflegungsmehraufwendungen, können die Mitarbeiter die genannten Beträge von 12 bzw. 24 Euro in der Einkommensteuererklärung als Werbungskosten absetzen.

Doppelte Haushaltsführung

Die Regelungen zur doppelten Haushaltsführung wurden überarbeitet. Voraussetzung für eine doppelte Haushaltsführung ist, dass eine Zweitwohnung am Beschäftigungsort besteht und eine weitere Wohnung am Mittelpunkt des Lebensinteresses vorhanden ist. Ab dem Jahr 2014 wird die doppelte Haushaltsführung nur noch anerkannt, wenn sich der Steuerzahler finanziell an den Kosten der Lebensführung in der Erstwohnung beteiligt. Ein kostenloses „Mitwohnen“ in der Einliegerwohnung der Eltern genügt daher nicht mehr, erklärt der Bund der Steuerzahler. Die bisherigen Kriterien, ob die Zweitwohnung am Beschäftigungsort angemessen ist, werden durch einen neuen Höchstbetrag ersetzt. Danach werden grundsätzlich bis zu 1.000 Euro monatlich für die Unterkunftskosten am Beschäftigungsort berücksichtigt. Mit dem Höchstbetrag sind alle Kosten, wie zum Beispiel die Miete, aber auch die Anschaffung von Möbeln, abgegolten.

Unterhalt

Unterhaltszahler können im Jahr 2014 bis zu 8.354 Euro steuerlich geltend machen. Wer also zum Beispiel sein erwachsenes Kind, für das es keinen Kinderfreibetrag oder kein Kindergeld mehr gibt, noch bei einer Ausbildung unterstützt, kann den Unterhaltsbetrag für Tochter oder Sohn eventuell aufstocken. Statt 8.130 Euro können nämlich jetzt 8.354 Euro im Jahr steuermindernd bei den Eltern berücksichtigt werden, so der Bund der Steuerzahler.

Kfz-Steuer

Wer sich 2014 einen Neuwagen zulegt, sollte unbedingt auf den Kohlendioxid-Ausstoß des Fahrzeugs achten, sonst wird es bei der Kfz-Steuer schnell teuer. Bereits seit dem Jahr 2009 berechnet sich die Kfz-Steuer nach dem Motor-Hubraum des Fahrzeugs und dem Kohlendioxid-Wert. Für Fahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2014 zugelassen werden, gelten nun strengere CO2-Werte. Bei Fahrzeugen, die einen Kohlendioxidwert von über 95 Gramm je Kilometer ausweisen, werden für jedes Gramm Kohlendioxid über dem genannten Grenzwert 2 Euro fällig. Bei Zulassungen bis Ende 2013 wurde der Zuschlag erst ab einen Grenzwert von 110 Gramm je Kilometer berechnet. Die Werte für den CO2-Ausstoß stehen im Fahrzeugschein.


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