Bund der Steuerzahler Berlin e.V. - Steuertipp Juni 2013 - Hochwasserschäden


14.06.2013

Steuertipp Juni 2013 - Hochwasserschäden

So hilft das Finanzamt!

Das Hochwasser hat in vielen Regionen Deutschlands große Schäden verursacht. Viele haben ihr gesamtes Hab und Gut verloren und müssen Dinge neu anschaffen oder reparieren lassen. Dies verursacht bei den Steuerzahlern hohe Kosten. Wer eine entsprechende Versicherung abschließen konnte, bekommt nun diese Aufwendungen ersetzt. Für die Wiederbeschaffung von Gegenständen, die vom Versicherungsschutz ausgenommen sind, oder Steuerzahler die keine Versicherung abschließen konnten, können die Verluste bei der Steuer geltend machen, darauf weist der Bund der Steuerzahler hin. Auch wer die Flutopfer mit einer Spende unterstützt hat, sollte dies beim Fiskus angeben.

Hochwasserschäden können als außergewöhnliche Belastungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung geltend werden. Abgesetzt werden können also z. B. die selbstgetragenen Kosten für die Reparatur des Hauses oder die Anschaffung von Möbeln und Kleidung. Auch wenn der Steuerzahler keine Versicherung abgeschlossen hatte, können so die Flutschäden zumindest bei der Steuer berücksichtigt werden. Entsprechende Rechnungen und Belege für die Kosten sollten zum Nachweis aufbewahrt werden, empfiehlt der Bund der Steuerzahler. Allerdings erkennt das Finanzamt bei außergewöhnlichen Belastungen die Aufwendungen nicht ab dem ersten Euro an, sondern berücksichtigt eine sogenannte zumutbare Eigenbelastung. Die Höhe der zumutbaren Eigenbelastung ist abhängig von der Höhe des Einkommens, der Anzahl der Kinder und Familienmitglieder. Bei hohen Flutschäden ist die zumutbare Eigenbelastung aber schnell überschritten. Bei einer Familie mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von 50.000 Euro liegt die Grenze der zumutbaren Eigenbelastung z. B. bei unter 1.500 Euro. Bestand eine Versicherung und hat diese den Schaden bezahlt, dann kann ggf. nur noch der Selbstbehalt steuerlich berücksichtigt werden.

Zudem rät der Bund der Steuerzahler, Hochwassergeschädigten die Anpassung von Vorauszahlungen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer zu beantragen. Auch gewähren die Finanzämter Flutopfern Stundungen für noch ausstehende Steuerforderungen und sehen bei rückständigen oder fälligen Steuern vorerst von der Vollstreckung ab.

Arbeitgeber, die ihre flutgeschädigten Mitarbeiter unterstützen wollen, können ihren Mitarbeitern bis zu 600 Euro im Jahr steuerfrei auszahlen. In Katastrophenfällen zählen solche Beihilfen nämlich nicht zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, erklärt der Bund der Steuerzahler.

Vermieter, die aufgrund der Hochwasserschäden hohe Mietausfälle verzeichnen, können für das Jahr 2013 ggf. einen Grundsteuererlass beantragen. Dieser muss bis zum 31. März 2014 bei den Gemeinden bzw. in den Stadtstaaten beim Finanzamt beantragt werden.

Und zu guter Letzt können auch die Steuerzahler, die für die Flutopfer spenden, mit ihrer Spende die Einkommensteuerlast reduzieren. Für Spenden, die bis zum 30. September 2013 auf einen für Katastrophenfälle eingerichtetes Konto eingehen, gilt das vereinfachte Spendennachweisverfahren, darauf weist der Bund der Steuerzahler hin. Es genügt daher bereits der Barzahlungsbeleg für die Spende oder die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts, wie z. B. ein Kontoauszug.


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